Die Einsiedelei und das Kloster in Camaldoli

Camaldoli liegt etwa 70 Kilometer östlich von Florenz und 50 Kilometer nördlich von Arezzo in der Abgeschiedenheit des Naturparks Foreste Casentinesi.

Die Geschichte Camaldolis reicht bis ins Jahr 1012 zurück. Der Legende nach schenkte Maldolo, ein Graf aus Arezzo, dem Benediktinermönch Romuald das Land, auf das er und seine Anhänger das Kloster erbauten. Es wurde zum Dank nach dem Grafen „Camaldoli“ benannt.

Das Kloster in Camaldoli
Der Klostergarten in Camaldoli

Die ersten Gebäude, die die Mönche errichteten, waren die Kapelle und die Mönchszellen des Eremo di Camaldoli: die heutige Einsiedelei. Romuald und seine Mitstreiter wollten wie die Eremiten in vorigen Jahrhunderten ein zurückgezogenes Leben führen. Er fand immer mehr Anhänger, nicht nur in Camaldoli. Der Orden der Kamaldulenser entstand und erhielt 1072 die päpstliche Bestätigung. Die Gemeinschaft der Einsiedelei wuchs und bald war die Kapelle zu klein. An ihre Stelle trat eine Kirche, die 1220 geweiht wurde. Durch weitere Umbauten Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts erhielt das Innere der Kirche das durch den Barock geprägte Aussehen. In der Kirche werden zudem zwei Kunstwerke aus der Zeit vor der Renovierung aufbewahrt: das Altarbild des Hauptaltars von Agnolo Cosimo di Mariano und eine Keramik von Andrea della Robbia aus dem 15. Jahrhundert. Die Einsiedelei kann nicht besichtigt werden, doch man kann durch das Tor einen Blick auf die Mönchzellen, die auch heute noch ein Ort der Stille sind, werfen. Besichtigen kann man jedoch die Zelle des heiligen Romuald.

Die Gemeinschaft von Camaldoli wuchs rasch. Romuald ließ für weitere Mönche unterhalb der Einsiedelei ein heruntergekommenes Gebäude umbauen. Diese Unterkunft diente bald als Raststätte für Pilger. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kloster immer weiter ausgebaut, bis es im 16. Jahrhundert die heutige Größe erreicht hatte. Besonders sehenswert sind die Kreuzgänge, die alte Apotheke und die Kirche, deren Wände mit Gemälde des Malers Giorgio Vaseri geschmückt sind.

Kloster Camaldoli
Kloster Camaldoli

In der Renaissance war das Kloster weithin bekannt und Ort wichtiger Begegnungen. So trafen sich unter anderem Marsilio Ficino und Lorenzo de Medici dort.

Auch heute noch ist das Kloster ein Ort der Gastfreundschaft und der Begegnung. Gäste sind willkommen, ungeachtet ihrer Religion oder Motivation. Es ist möglich, im Kloster zu übernachten und am Leben der Mönche teilzunehmen oder seine Zeit frei einzuteilen. Es finden regelmäßig Seminare statt. Die ausgedehnten Wanderwege des Naturparks laden zum Wandern und Biken ein. Eine Besonderheit ist die „Apotheke“, in der im Kloster hergestellte Produkte wie Wein und Honig, Kräutermischungen, Likör sowie Kosmetika verkauft werden.

 

Monastero di Camaldoli“ © Helena (bearbeitet), [CC BY 2.0] über Flickr
Camaldoli“ © Raffaele Marciano (bearbeitet), [CC BY 2.0] über Flickr
© „Kloster Camaldoli“ von Enzo Pallotti – Eigenes Werk, [CC BY 3.0] über Wikimedia Commons